Offener Sicherungskasten mit beschrifteten Leitungsschutzschaltern und Kabeln

FI-Schalter löst aus: Ursachen finden und richtig reagieren

Offener Sicherungskasten mit beschrifteten Leitungsschutzschaltern und Kabeln

Der FI-Schalter löst aus, und plötzlich ist im halben Haus der Strom weg: Gerade im Herbst und Winter, wenn Feuchtigkeit in Außensteckdosen zieht, Heizlüfter laufen und die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt wird, rufen uns viele Hausbesitzer in Würzburg mit genau diesem Problem an. Die gute Nachricht: Ein auslösender FI-Schalter ist zunächst kein Defekt, sondern ein Zeichen dafür, dass eine wichtige Schutzeinrichtung ihre Arbeit macht. In diesem Ratgeber erklären wir als Elektrofachbetrieb aus Würzburg, warum ein FI-Schalter auslöst, wie Sie die Ursache sicher eingrenzen und ab wann Sie besser eine Elektrofachkraft rufen.

Was ein FI-Schalter eigentlich macht

Der FI-Schalter heißt korrekt Fehlerstrom-Schutzschalter, in Fachkreisen auch RCD (Residual Current Device). Er vergleicht ständig den Strom, der über den Außenleiter zu einem Gerät hinfließt, mit dem Strom, der über den Neutralleiter zurückkommt. Im Normalfall sind beide Werte gleich. Fließt aber ein Teil des Stroms auf einem anderen Weg ab, etwa über ein feuchtes Gehäuse, über den Schutzleiter oder im schlimmsten Fall über einen Menschen, entsteht eine Differenz. Überschreitet sie den Bemessungsfehlerstrom, schaltet der FI-Schalter den Stromkreis innerhalb von Sekundenbruchteilen ab.

Für den Schutz von Personen werden in Wohngebäuden FI-Schalter mit einem Bemessungsfehlerstrom von 30 mA eingesetzt. Dieser Wert ist so gewählt, dass ein gefährlicher Stromschlag in aller Regel verhindert wird. Gleichzeitig schützt der FI-Schalter vor Bränden, die durch schleichende Fehlerströme entstehen können. Wie wichtig dieses Zusammenspiel von Schutzeinrichtungen ist, beschreiben wir auch in unserem Beitrag zu Brandschutz und Überspannungsschutz in der Elektroinstallation.

FI-Schalter oder Sicherung? Der wichtige Unterschied

Im Sicherungskasten sitzen meist zwei Arten von Schutzschaltern nebeneinander. Die Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich Sicherungen, schützen die Leitungen vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schalter dagegen reagiert nicht auf zu viele Geräte an einer Steckdosenleiste, sondern ausschließlich auf Fehlerströme. Das hilft bei der Fehlersuche enorm:

Was hat ausgelöst?Typische UrsacheWas Sie tun können
Leitungsschutzschalter (Sicherung)Überlast durch zu viele Geräte oder ein KurzschlussVerbraucher reduzieren, Gerät mit Kurzschluss aussortieren, dann wieder einschalten
FI-SchalterFehlerstrom, etwa durch Feuchtigkeit oder einen IsolationsfehlerUrsache systematisch eingrenzen (siehe Schritt-für-Schritt-Anleitung)
Beide gleichzeitigHäufig ein Kurzschluss gegen den SchutzleiterBetroffenes Gerät abziehen; tritt es erneut auf, Fachbetrieb rufen

Den FI-Schalter erkennen Sie meist an der Prüftaste mit der Aufschrift „T“ oder „Test“ und an der Angabe des Fehlerstroms, zum Beispiel 30 mA, auf dem Gerät.

Die häufigsten Ursachen, wenn der FI-Schalter auslöst

Aus unserer Praxis im Kundendienst lassen sich die meisten Auslösungen auf einige wenige Ursachen zurückführen:

  • Feuchtigkeit im Außenbereich: Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung, Bewegungsmelder oder Leuchten an der Fassade, in die Regen oder Kondenswasser eindringt. Im Herbst und Winter ist das die häufigste Ursache.
  • Defekte Haushaltsgeräte: Geräte mit Heizelementen wie Wasserkocher, Waschmaschine, Geschirrspüler, Backofen oder Durchlauferhitzer bekommen mit der Zeit Isolationsfehler.
  • Lichterketten und Dekoration: Beleuchtung, die nicht für den Außenbereich geeignet ist, oder beschädigte Kabel und Kupplungen im Freien.
  • Beschädigte Leitungen: etwa durch Bohrungen in der Wand, eingeklemmte Kabel oder Nagetierschäden auf dem Dachboden.
  • Viele elektronische Geräte an einem FI: Netzteile, LED-Treiber oder Computer erzeugen kleine Ableitströme. In Summe können sie bei ungünstiger Aufteilung zu Fehlauslösungen führen.
  • Fehler in der festen Installation: zum Beispiel feuchte Abzweigdosen, falsch angeschlossene Leiter oder alte Leitungen mit spröder Isolierung.
  • Gewitter und Überspannung: Bei Blitzeinschlägen in der Umgebung kann ein FI-Schalter ebenfalls auslösen.
  • Ein gealterter FI-Schalter: Auch Schutzschalter haben eine begrenzte Lebensdauer und können selbst defekt sein.

Schritt für Schritt: So grenzen Sie die Ursache sicher ein

Bevor Sie irgendetwas anfassen, gilt eine Grundregel: Riecht es verschmort, sehen Sie Rauch, Brandspuren oder Wasser an Steckdosen und Verteilern, schalten Sie nichts wieder ein und rufen Sie direkt unseren Elektro-Notdienst. Wenn keine Gefahrenzeichen erkennbar sind, können Sie mit folgender Reihenfolge die Ursache meist selbst eingrenzen:

  1. Prüfen Sie im Sicherungskasten, ob wirklich der FI-Schalter ausgelöst hat oder ein einzelner Leitungsschutzschalter.
  2. Ziehen Sie im betroffenen Bereich alle Stecker oder schalten Sie alle Leitungsschutzschalter hinter dem FI-Schalter aus.
  3. Schalten Sie den FI-Schalter wieder ein. Löst er jetzt sofort erneut aus, liegt der Fehler sehr wahrscheinlich in der festen Installation. Dann ist hier für Sie Schluss, und eine Elektrofachkraft muss weitersuchen.
  4. Bleibt der FI-Schalter drin, schalten Sie die Leitungsschutzschalter nacheinander wieder ein. Fliegt der FI beim Einschalten eines bestimmten Stromkreises, wissen Sie, wo Sie weitersuchen müssen.
  5. Stecken Sie die Geräte in diesem Stromkreis einzeln wieder ein und schalten Sie sie ein. Das Gerät, bei dem der FI-Schalter auslöst, ist der wahrscheinliche Verursacher.
  6. Nehmen Sie das verdächtige Gerät vom Netz und lassen Sie es prüfen oder ersetzen. Bei fest angeschlossenen Geräten wie Herd oder Durchlauferhitzer rufen Sie einen Fachbetrieb.

Tritt die Auslösung nur bei Regen oder nachts auf, ist sehr oft Feuchtigkeit im Außenbereich im Spiel. Notieren Sie sich in diesem Fall, wann genau der FI-Schalter auslöst. Diese Information spart bei der späteren Fehlersuche viel Zeit.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

  • Den FI-Schalter mehrfach hintereinander mit Gewalt wieder einschalten oder festhalten.
  • Den FI-Schalter überbrücken oder entfernen. Damit schalten Sie den wichtigsten Schutz gegen tödliche Stromschläge ab.
  • Abzweigdosen, Steckdosen oder den Verteiler selbst öffnen und daran arbeiten.
  • Feuchte Außensteckdosen provisorisch mit Klebeband oder Folie abdichten und weiter benutzen.

Arbeiten an der festen Elektroinstallation sind ohnehin nicht Sache von Laien: Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen Arbeiten an der Anlage hinter der Hausanschlusssicherung, abgesehen vom Netzbetreiber, nur von einem Installationsunternehmen ausgeführt werden, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.

Wann Sie einen Elektriker rufen sollten

Viele Auslösungen lassen sich mit der beschriebenen Methode klären. In folgenden Situationen ist der Fachbetrieb aber die richtige Wahl:

  • Der FI-Schalter löst auch dann sofort aus, wenn alle Geräte vom Netz getrennt sind.
  • Die Auslösungen treten immer wieder auf, ohne dass Sie ein bestimmtes Gerät finden.
  • Es gibt Brandgeruch, Verfärbungen an Steckdosen oder Schaltern oder Knistergeräusche.
  • Ihr Haus hat eine ältere Elektroinstallation, eventuell noch ohne FI-Schalter in allen Bereichen.
  • Der FI-Schalter lässt sich gar nicht mehr einschalten oder reagiert nicht auf die Prüftaste.

Mit Isolationsmessung und Messungen am Stromkreis findet eine Elektrofachkraft auch Fehler, die sich nur gelegentlich zeigen. Für solche Fälle ist unser Kundendienst die passende Anlaufstelle.

Welcher FI-Schalter passt zu welchen Geräten?

FI-Schalter gibt es in verschiedenen Typen. Sie unterscheiden sich darin, welche Arten von Fehlerströmen sie erkennen. Das spielt eine immer größere Rolle, weil moderne Geräte mit Elektronik andere Fehlerströme erzeugen als klassische Verbraucher:

  • Typ A: erkennt Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme. In heutigen Wohnungsinstallationen der übliche Standard.
  • Typ F: zusätzlich für Mischfrequenzen, etwa bei Geräten mit Frequenzumrichter wie manchen Waschmaschinen oder Pumpen.
  • Typ B: allstromsensitiv, erkennt auch glatte Gleichfehlerströme. Wichtig zum Beispiel bei bestimmten Wallboxen, Wärmepumpen oder Photovoltaik-Komponenten, sofern der Hersteller ihn fordert.
  • Typ AC: erkennt nur rein sinusförmige Wechselfehlerströme und ist für moderne Installationen mit Elektronik nicht mehr zeitgemäß.

Welcher Typ an welcher Stelle nötig ist, hängt von den angeschlossenen Geräten und den Herstellerangaben ab. Das gehört zu einer sauberen Planung, wie wir sie in unserem Ratgeber Elektroinstallation richtig planen beschreiben.

Vorbeugen: Prüftaste, E-Check und sinnvolle Aufteilung

Damit der FI-Schalter im Ernstfall zuverlässig abschaltet, sollten Sie die Prüftaste in regelmäßigen Abständen drücken, so wie es der Hersteller auf dem Gerät oder in der Anleitung angibt. Löst der Schalter dabei nicht aus, ist er defekt und muss ausgetauscht werden. Wie Prüfungen von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen fachlich ablaufen, beschreibt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung in ihrer Fachinformation zur Prüfung von RCDs (DGUV, PDF).

Darüber hinaus helfen einige Maßnahmen, unnötige Auslösungen zu vermeiden:

  • Mehrere FI-Schalter statt eines einzigen für das ganze Haus, damit ein Fehler nicht alle Räume lahmlegt.
  • Außensteckdosen und Gartenbeleuchtung in geeigneter Schutzart, mit intakten Klappen und Dichtungen.
  • Für den Außenbereich nur ausdrücklich dafür zugelassene Lichterketten und Verlängerungen verwenden.
  • Eine regelmäßige Überprüfung der Anlage, zum Beispiel mit dem E-Check, bei dem auch die Auslösezeit und der Auslösestrom der FI-Schalter gemessen werden.

In älteren Häusern ist manchmal nur ein Teil der Stromkreise mit einem FI-Schalter abgesichert. Hier lohnt sich ein Blick auf die gesamte Anlage. Woran Sie erkennen, ob die Leitungen selbst in die Jahre gekommen sind, lesen Sie in unserem Beitrag Wann sollten Elektroleitungen in einem Haus erneuert werden? Eine Nachrüstung oder Modernisierung übernehmen wir im Rahmen unserer Elektroinstallation.

Ihr Elektrofachbetrieb in Würzburg und Mainfranken

Ob feuchte Außensteckdose in Höchberg, ständig auslösender FI-Schalter im Altbau in der Würzburger Innenstadt oder eine Modernisierung des Sicherungskastens im Landkreis: Wir von Elektrotechnik Bayern Nord suchen die Ursache systematisch, beheben den Fehler und sorgen dafür, dass Ihre Anlage wieder zuverlässig schützt. Schildern Sie uns kurz, wann und wie oft der FI-Schalter auslöst, dann melden wir uns bei Ihnen. Jetzt unverbindlich anfragen.

Häufige Fragen zum auslösenden FI-Schalter

Warum löst mein FI-Schalter nur bei Regen aus?

Meist dringt Feuchtigkeit in Außensteckdosen, Außenleuchten, Bewegungsmelder oder Abzweigdosen im Freien ein. Dadurch entsteht ein Fehlerstrom, auf den der FI-Schalter reagiert. Lassen Sie die betroffenen Stellen von einer Elektrofachkraft prüfen und abdichten.

Darf ich den FI-Schalter einfach wieder einschalten?

Ja, einmal wieder einschalten ist in Ordnung, wenn keine Gefahrenzeichen wie Brandgeruch, Rauch oder Wasser zu erkennen sind. Löst er sofort erneut aus, sollten Sie nicht weiter probieren, sondern die Ursache eingrenzen oder einen Fachbetrieb rufen.

Wie finde ich heraus, welches Gerät den FI-Schalter auslöst?

Trennen Sie alle Geräte im betroffenen Bereich vom Netz, schalten Sie den FI-Schalter wieder ein und stecken Sie die Geräte danach einzeln wieder ein. Das Gerät, bei dem der FI-Schalter auslöst, ist der wahrscheinliche Verursacher.

Was bedeutet es, wenn der FI-Schalter ohne angeschlossene Geräte auslöst?

Dann liegt der Fehler sehr wahrscheinlich in der festen Installation, zum Beispiel in einer feuchten Abzweigdose oder einer beschädigten Leitung. Die Suche und Reparatur gehört in die Hände eines eingetragenen Elektrofachbetriebs.

Wie oft sollte ich die Prüftaste am FI-Schalter drücken?

Drücken Sie die Prüftaste in den Abständen, die der Hersteller auf dem Gerät oder in der Anleitung angibt. Löst der Schalter beim Drücken nicht aus, ist er defekt und sollte zeitnah ausgetauscht werden.

Kann ein FI-Schalter selbst kaputt sein?

Ja. Auch Fehlerstrom-Schutzschalter altern und können zu früh, zu spät oder gar nicht mehr auslösen. Ob der Schalter korrekt arbeitet, lässt sich nur mit Messgeräten zuverlässig prüfen, etwa im Rahmen eines E-Checks.

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